An(ge)dacht August/September

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Psalm 139,14

 

Die Haare nicht blond genug, die Haut zu faltig, die Beine nicht muskulös genug, der Bauch zu groß und bei den inneren Werten gibt es auch Abzüge. So fällt mein Urteil aus, wenn ich mich betrachte.

Aber Gott sieht mich anders. David beschreibt in dem Psalm 139, dass Gott sich schon vor meiner Entstehung intensiv Gedanken über mich gemacht hat. Wie ein Architekt, der schon lange vor Baubeginn eine Vorstellung davon hat, wie das Gebäude aussehen wird.

Interessanterweise waren es die Nieren, die Gott besonders beschäftigten (Vers 13). Medizinisch gesehen sind die Nieren faszinierend. Es sind in einer Niere ca. 1,5 Millionen Gefäßknäuel (Glomeruli), durch die das Blut fließt und der Harn gebildet wird. Sie regulieren damit den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers und sorgen somit dafür, dass das Blut immer gut fließt und nicht eintrocknet. Zusätzlich sondert eine Drüse an der Niere (die Nebennierenrinde) Hormone ab, die den Blutdruck und die Bildung von roten Blutkörperchen beeinflussen. Also ein lebenswichtiges Organ.

Für die Juden waren die Nieren zudem ein Sinnbild für Kraft und innere Gefühle. Gott geht es auch um meine Charakterzüge, die er sich schon vor meiner Geburt überlegt hat. Ob ich beispielsweise intro- oder extrovertiert bin, ist also kein Zufall, sondern von Gott gewollt.

Dieser Gedanke, dass Gott mich genauso geschaffen hat, wie ein Maler ein großartiges Kunstwerk, bringt David zu dem Ausruf: ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin!

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, sich die rosarote Brille aufzusetzen und zu sagen: Alles wunderbar! Ich kann weiter so viel Schokolade essen, wenig Sport und anderen mit meinen Eigenschaften das Leben schwer machen, wie ich will. Gott hat mich ja so geschaffen, oder?

Vermutlich ist das etwas zu einfach gedacht. Ähnlich wie bei einem kostbaren Gemälde werde ich doch alles tun, um es zu erhalten und in einem möglichst guten Zustand für die nächste Generation zu bewahren.

Vielleicht ist es dran, etwas an meinem Lebensstil und an meinen Einstellungen zu ändern, um dieses wunderbare Geschenk von Gott zu erhalten und zu bewahren.

Und doch bleibt die Aussage: Schön – ohne Aber!

Dies ist der Titel eines lesenswerten Buches von Eva-Maria Admiral, der den Monatsspruch auf den Punkt bringt. Und der Mut macht, mich und dich als wunderbare von Gott geschaffene und geliebte Menschen zu sehen.

Herzliche Grüße,

Regina Schmeer