Betrachtung zur Jahreslosung 2021

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lukas 6,36

 

Ein Mädchen im Teenageralter geht wegen einer Fehlhaltung des Rückens zusammen mit seiner Mutter zu einem Orthopäden. Der erklärt dem verunsicher-ten Mädchen, wie bedenklich das ist und welche Berufe sie mit dieser Vorbelastung nicht ausüben kann. Verunsichert suchen die beiden schließlich einen anderen Facharzt auf. Der stellt die gleiche Diagnose, fügt aber hinzu: „Wenn man ganz genau hinschaut, ist bei fast keinem Menschen der Rücken zu hundert Prozent gerade.“ Dann berät er die beiden, wie man mit bestimmten Übungen der Fehlhaltung entgegenwirken kann. So kann es aussehen, wenn ein Mensch barmherzig mit einem anderen umgeht.

Barmherzigkeit ist ein oft gebrauchtes Wort im christlichen Umfeld. Aber was heißt es eigentlich, barmherzig zu sein? Barmherzig sein bedeutet, zu sehen, wo ein Mensch Hilfe braucht und ihm da zu helfen, wo er es am nötigsten hat. Jesus hat einmal gesagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ An Jesus können wir also sehen, wie barmherzig Gott ist. Kranken legt er die Hände auf. Mit Menschen, die von allen verachtet werden, setzt er sich an einen Tisch. Anderen, die verzweifelt sind, gibt er neue Hoffnung. Er illustriert das einmal am Beispiel des barmherzigen Samariters. Ein Reisender ist überfallen worden, der Samariter kümmert sich um den Verletzten und hilft ihm so, wie er es braucht.

Man kann nicht überschätzen, welcher Segen von Christen ausgehen kann, die barmherzig mit ihren Mitmenschen umgehen. Christliche Gemeinschaften können im Sinne von Jesus als Kontrastgesellschaft zu dem leben, was leider sonst oft in unserer Gesellschaft üblich ist. So könnten Menschen neu entdecken, dass Gott barmherzig ist, weil sie bei anderen etwas von dieser Barmherzigkeit erleben.

 

Georg Grobe
HVLG Verbandsvorsitzender